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Sprecherrat der Kleingärtenvereine
Auf dem Niederlehmer Werder

B
eitrag zu NABU- Gartenprojekte
Übersicht über die Kleingartenvereine und ihre Lage auf dem Niederlehmer Werder
Zur Vorgeschichte unserer Entwicklungskonzeption
1. Erarbeitung einer ökologisch orientierten Entwicklungskonzeption für den Gesamtbereich mit fachlicher Prüfung durch die Untere Naturschutzbehörde
 
2. Ausgrenzung von Vorrangflächen für den Naturschutz mittels Schutzhecken aus Astwerk
3. Schaffung von Habitaten für seltene standorttypische Arten
4. Durchführung von Landschaftspflege- und -entwicklungsmaßnahmen
5. Lenkung von Erholungsaktivitäten
6. Erhaltung alter Obstsorten und Etablierung einer ökologisch orientierten Fachberatung durch den Biogarten Prieros
7. Etablierung einer ornithologischen Dauerbeobachtung
8. Öffentlichkeitsarbeit und Besucherinformation
xBiogarten Prieros
Übersicht Emntwicklung der Kleingartenanlagen und Landschaftspflegemaßnahmenim Bereich des Niederlehmer Werder
xDr. Eidner
Übersicht über die Ergebnisse bei der Umsetzung der Entwicklungskonzeption der Niederlehmer Kleingartenanlagen in den Jahren 2001-2013 hier
 
xiNABU
Übersicht über die Ergebnisse der Fortschreibung der Entwicklungskonzeption ab 2011der Niederlehmer Kleingartenanlagen als PDF hier (enthält Bilder)
 
  Entwicklungskonzept ab 2011 Plan als PDF hier

Information
zur Umfrage "NABU-Gartenprojekte" im Magazin Naturschutz Naturschutz heute (06.2003)xDiese Information als PDFx
hier (enhält Bilder)

Unser Projekt:

Komplexe Entwicklung der Kleingartenanlagen im Bereich des Niederlehmer Werders als öffentlich mitnutzbares, attraktives Gebiet der Naherholung, das gleichzeitig den Erfordernissen des Naturschutzes in diesem ökologisch sensiblen Gebiet aktiv Rechnung trägt.

Übersicht über die Kleingartenvereine und ihre Lage auf dem Niederlehmer Werder

Das Gebiet der Kleingartenanlagen im Bereich des Niederlehmer Werders umfasst eine Fläche von 61,6 ha Pachtland. Davon werden 31,1 ha als Kleingartenparzellen und 14,0 ha für Gemeinschaftsanlagen (Wege, Parkplätze, Spielplätze, Vereinshäuser etc.) genutzt. 16,5 ha der Pachtfläche sind Freiflächen (Uferzonen, nicht oder nur extensiv genutztes Feucht- und Trockengrünland, Sportplatz Wernsdorfer Straße, Badestellen). Die Entwicklung als öffentlich mitnutzbares, attraktives Gebiet der Naherholung, das gleichzeitig den Erfordernissen des Naturschutzes aktiv Rechnung trägt, wird von folgenden 7 Kleingartenvereinen getragen:

 
 

Kleingartenverein "Energie" e.V.
Kleingartenverein "Am Sellenzugsee" e.V.
Kleingartenverein "Sonnenschein" e.V.
Kleingartenverein "Möllenzugsee" e.V.
Kleingartenverein "Möllenzug" e.V.
Kleingartenverein "Inselblick" e.V.
Kleingartenverein "Waldhöhe" e.V.

  232 Parzellen
126 Parzellen
228 Parzellen
018 Parzellen
072 Parzellen
102 Parzellen
143 Parzellen
   
 
Über einen Sprecherrat koordinieren die Vereine die Umsetzung der Entwicklungskonzeption, alle Aktivitäten von gemeinschaftlichem Interesse und die Zusammenarbeit mit den Verpächtern, aber auch wichtige Regelungen in Bezug auf die inneren Aufgaben, z.B. für die Gartennutzung.
Die Ansprechpartner des Sprecherrates der Niederlehmer Kleingartenvereine sind:

Vorsitzender:

Dr. Wolfgang Sieber
c/o Friedrichstr. 172, 10117 Berlin
Tel.: (030) 2086886
Fax: (030) 47880320

 

Stellvertreter:

Gerhard Pohl
Märkische Allee 78, 12681 Berlin
Tel.: (030) 5412936, (03762) 91164
Fax: (03762) 91164

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Zur Vorgeschichte unserer Entwicklungskonzeption

Unsere Kleingartenanlagen liegen südlich Berlins innerhalb des Autobahnrings in einem Gebiet, das bis in die 30er Jahre regelmäßig in Teilen vom Hochwasser der Dahme überflutet wurden. Von den natürlichen Standortbedingungen sind die ackerfähigen Flächen von sehr feinkörnigem Schwemmsand (16-22 Bodenpunkte) geprägt, während auf den Flächen mit hohem Grundwasserstand, vor allem auf der Halbinsel sowie in den ehemaligen Flutrinnen Niedermoorgrünland dominiert.

Aufgrund der geringen landwirtschaftlichen Bodenqualität und der durch den Fluss Dahme und die Stadt Königs Wusterhausen schlechten Erreichbarkeit der Flächen mit Landmaschinen sank in den siebziger Jahren das Interesse an einer landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen durch das bewirtschaftende Volksgut.

Durch die geringe Nutzungsintensität blieben große Teile der Uferzonen in naturnahem Zustand erhalten, während sich auf einem Teil der angrenzenden Wiesen größere Schilfbestände entwickelten.

Etwa ein Drittel der Flächen diente Anfang der 80er Jahre als Spülflächen für den Bau des Kohlehafens Königs Wusterhausen. Danach wurde 1986 aufgrund von staatlichen Festlegungen zum Ausbau von Kleingärten als Form der Naherholung das gesamte Gebiet (ca. 62 ha) dem Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter für die Anlage von Kleingartenanlagen, vor allem für Einwohner aus dem Osten Berlins bereitgestellt. Mit ca. 1.000 Kleingärten war dies das größte gleichzeitig durch Kleingärten besiedelte Gebiet der ehemaligen DDR.


Nach Gründung der Kleingartenanlagen auf dem Niederlehmer Werder in den Jahren 1987-1989 konzentrierten sich die Tätigkeiten der Kleingärtner zunächst auf die Anlegung der Gärten, z.T. mit Rekultivierungsarbeiten der Spülflächen (auf etwa der Hälfte der Flächen der Vereine Energie und Am Sellenzugsee), sowie auf die Errichtung der Gartenlauben und der Vereinsinfrastruktur.

Die dann zunehmenden Freizeitaktivitäten außerhalb der Gärten führten jedoch recht schnell zu einer hohen Störungsintensität in den ökologisch sensiblen Randbereichen. Die Vereinsvorstände und ihr 1990 gebildeter Sprecherrat versuchten zunächst mit Appellen an die Mitglieder und verstärkten Kontrollen sowie Auszäunung und Unterbindung von Erschließungsaktivitäten der Grünflächen und des Erlenbruchwaldes am Nord- und Westufer des Möllenzugsees, dieser unerwünschten Entwicklung entgegenzuwirken.

Seit Mitte der 90er Jahre wurde jedoch klar, dass nur ein naturschutzfachlich begründetes Gesamtkonzept aus Aufklärung und Gewinnung der Vereinsmitglieder, effektivem Schutz sensibler Bereiche sowie Lenkung der Freizeitaktivitäten eine dauerhaft naturverträgliche Entwicklung der Kleingartenanlagen ermöglichen konnte.
Dieses Gesamtkonzept und seine Umsetzung in den letzten 5-8 Jahren besteht aus diesen Elementen:

1. Erarbeitung einer ökologisch orientierten Entwicklungskonzeption für den Gesamtbereich mit fachlicher Prüfung durch die Untere Naturschutzbehörde

Auf der Grundlage eines Auftrages des Sprecherrates der Niederlehmer Kleingartenvereine vom 25.09.1997 wurde im Zeitraum 1998-2000 eine Entwicklungskonzeption im Sinne einer privaten Fachplanung von der DUBROW GmbH Bestensee in enger Zusammenarbeit mit den Vereinsvorständen erarbeitet.

Schwerpunkte sind:

- Darlegung der allgemeinen rechtlichen und planerischen Grundlagen,

- Zusammenstellung der landschaftsökologischen Grundlagen,

- Bestandsaufnahme der vorhandenen Biotop- und Nutzungsstrukturen sowie der iiiiPflanzen- und Tierarten,

- Analyse der Nutzungen (Boden, Verkehr, Erholung, Ver- und Entsorgung) und der iiiiKonfliktpotentiale,

- Leitbild der Entwicklung, Regelungen und Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung iiiivon Natur und Landschaft, Empfehlungen zur Ausgestaltung der Anlagenstruktur iiiiund der Erholungsnutzung sowie Orientierungen für die ökologische Nutzung und iiiiGestaltung von Parzellen und Gemeinschaftsflächen.

Die Erarbeitung der Entwicklungskonzeption wurde von den Kleingartenvereinen in Höhe von 34.396 DM finanziert.
In Verbindung mit einer gründlichen Begehung des Geländes hat die Untere Naturschutzbehörde die Entwicklungskonzeption geprüft und ihre Umsetzung und Weiterentwicklung befürwortet.

Seit mehreren Jahren sind jetzt jährliche Sachstandsberichte mit Darlegung der im Vorjahr durchgeführten und der im neuen Jahr geplanten Landschaftspflege- und Entwicklungsmaßnahmen an die UNB und eine gemeinsame Begehung im Frühjahr zu einer festen Einrichtung und zu einer soliden Grundlage für gegenseitiges Vertrauen geworden.

2. Ausgrenzung von Vorrangflächen für den Naturschutz mittels Schutzhecken aus Astwerk

Nach der Errichtung erster Benjes-Hecken 1997/1998 wurde in regelmäßigen Arbeitseinsätzen jeweils im Frühjahr das bestehende Schutzsystem für ökologisch besonders sensible Uferbereiche mit Astwerkhecken auf insgesamt etwa 350 m ausgebaut, um ökologisch besonders empfindliche Uferbereiche weitgehend sicher vor Beunruhigungen durch Vereinsmitglieder und Gäste zu schützen.

Weiterhin wurden bestehende Astwerkhecken verstärkt, um zusammengesacktes Material zu ergänzen. Uns ist bewusst, dass das sich zersetzende Holz einen erheblichen punktuellen Nährstoffeintrag darstellt, jedoch verstärkt der dadurch hervorgerufene Brennnesselbewuchs die Schutzwirkung der Astwerkhecken vor Beunruhigungen durch Vereinsmitglieder und Gäste sehr wirksam. Gleichzeitig dürfte das in den Hecken verbaute stärkere Totholz eine Lebensgrundlage für die entsprechenden Insektengruppen bilden.

 
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3. Schaffung von Habitaten für seltene standorttypische Arten

Nachdem im Jahr 2001 mit der Schaffung von 3 Nistangeboten für den Eisvogel, der Anbringung eines Brutkastens für Schellenten, der Anlage mehrerer Totholzhaufen in den ausgegrenzten sensiblen Biotopen und der Wiederherstellung einer offenen Binnenwasserfläche im Verlandungsgebiet im Vereinsgelände "Sonnenschein" sehr große Fortschritte erreicht wurden, konnte aufgrund des hohen Wasserstandes im Sommer 2002 die vorgesehene Erweiterung der Wasserfläche, um einen inselähnlichen, zeitweise unter Wasser stehenden Sockel entstehen zu lassen, nicht realisiert werden. Wir hoffen, dass die Bedingungen im Jahr 2003 die vorgesehene Maßnahme zulassen.

Seit 2001 werden jeweils in einer der 2001 errichteten Eisvogelnisthilfe Junge aufgezogen . Im Frühjahr 2003 wurden sogar 2 nebeneinander liegende Bruthöhlen durch 1 Paar gleichzeitig genutzt. Während in einem Nest Junge gefüttert wurden, begann in dem anderen bereits die Eiablage.

Im Jahr 2002 wurde von unserer Ornithologin Frau Dr. Eidner im Uferbereich des Seglervereins Möllenzugsee ein weiteres Eisvogelrevier entdeckt, der jedoch auf Dauer wegen der vorhandenen Flächennutzung und der damit verbundenen Beunruhigungen keinen Bestand haben dürfte. Bei unserem Arbeitseinsatz Ende März 2003 wurde etwa 250 m westlich dieses Brutplatzes am Ufer des Möllenzugsees an einem aufragenden Wurzelteller ein alternatives Nistplatzangebot (mit künstlicher Niströhre) geschaffen.

Die wiederhergestellte Wasserfläche im Verlandungsgebiet im Vereinsgelände "Sonnenschein" entwickelte sich 2002 in sehr kurzer Zeit zu einem wahren Amphibienparadies, nur leider haben wir selbst keinen Spezialisten für die Aufnahme des Bestandes .

 
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4. Durchführung von Landschaftspflege- und -Entwicklungsmaßnahmen

Auf der Grundlage der Entwicklungskonzeption, der Vorschläge von Frau Dr. Eidner und der aktuellen Hinweise der Spezialisten der DUBROW GmbH werden entsprechend den finanziellen Möglichkeiten der Kleingartenvereine und ihres Sprecherrates für das jeweilige Jahr die Maßnahmen zur Landschaftspflege und zur Schaffung von Entwicklungspotentialen geplant und überwiegend im Rahmen von Arbeitseinsätzen der Vereine realisiert.

Im Rahmen der Jahresplanung werden die Maßnahmen mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Während anfangs die Anlage von wegbegleitenden Hecken einheimischer Blühgehölze einen Schwerpunkt bildeten, standen in den letzten Jahren im Mittelpunkt:


- Zurückdrängung des Erlenbestandes um 0,1 ha auf den ursprünglichen Bestand iiiizugunsten der Wiederherstellung eines geschlossenen Schilfgürtels (2001), dessen iiiiRegenerierung bereits im Laufe des Jahres 2002 deutlich einsetzte,
- Mahd/Mulchen auf ca. 1,0 ha Feuchtgrünland als Voraussetzung für die iiiiBeweidung lllldurch Island-Pferde (2001)

 

- Fällung von weiterem Erlenjungwuchses im Schilfbereich zwischen Wernsdorfer iiiiStraße und Verein "Möllenzugsee" im Sinne der Erhaltung des beabsichtigten iiiiZustandes der Freiflächen, der Schilfzonen und der Kleingartenanlagen und dessen iiiiNutzung für den Aufbau einer Astwerkhecke zum Schutz des Uferbereichs (2002),

- Beginn der Beweidung durch Island-Pferde als wichtigste Maßnahme für die Pflege iiiides Grünlandes (ca. 10 ha) im Jahr 2002. Die Absprachen, z.B. zur Minimierung von iiiiStörungen der Vogelbrut wurden korrekt befolgt. Die Auswirkungen auf die iiiiEntwicklung der Vegetation dürften allerdings erst nach mehreren Jahren erkennbar iiiisein. Als interessanter Aspekt der Nährstoffabschöpfung zeigte sich bereits, dass iiiidie Pferde frisch abgemähte Brennnesseln gern aufnehmen;

- Errichtung einer Schutzhütte (Paddock) für die Überwinterung der Pferde durch die iiiiPferdehalter an der mit der UNB abgestimmten Teilfläche einer etwa 10-jährigen iiiiAckerbrache auf trockenem nährstoffarmem Boden (Herbst 2003). Der anfallende iiiiPferdedung aus der Überwinterung wird sehr gern von den Kleingartenfreunden iiiigenutzt, so dass die Eutrophierung der Fläche begrenzt werden kann.

Da die Landschaftspflegemaßnahmen und der Bau der Astwerkhecken im Rahmen der Arbeitseinsätze der Vereine realisiert werden, haben sich eine große Zahl von Vereinsfreunden mit dem Naturschutzgedanken auseinandergesetzt und entwickeln zunehmend eigene Aktivität.

5. Lenkung von Erholungsaktivitäten

Unser Konzept besteht darin, neben dem physischen Schutz der sensiblen Bereiche die Erholungsaktivitäten durch entsprechende Angebote in die weniger empfindlichen zu lenken und dort zu bündeln. Dadurch konnten Nutzungskonflikte deutlich gemindert werden, ohne dass sich die Mitglieder und Gäste unserer Vereine bevormundet oder eingeschränkt fühlen.

Als sehr wirksam in diesem Sinne erwiesen sich der Aufbau einer Steganlage für Boote (1995-1998), die Schaffung mehrerer Badestellen, die Anlage des Sportplatzes (mit Fußballfeld, Volleyball, Korbball und Torwand) an der Wernsdorfer Straße, die Schaffung von 3 Kinderspielplätzen und ihre Ausstattung mit attraktiven Spielgeräten, sowie die Anlage eines Wanderweges entlang der Dahme vom Wederdamm bis zum Sellenzugweg mit entsprechenden Bänken zum Verweilen. Diese Angebote werden, wie das Beispiel des Sportplatzes zeigt, z.T. recht intensiv auch von Einwohnern der Gemeinde Niederlehme genutzt.

Wichtige Maßnahmen der Jahre 2000 -2003 waren:
- die Erneuerung der Badestellen Inselblick und Sellenzugsee (Abb.6),

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- Aufbau einer Schutzhütte gemeinsam mit den Jugendlichen als künftiger "Jugendtreff", der am iii18.Mai 2003 mit einem zünftigen Sportfest eingeweiht wurde (Abb. 8), um die iiiFreizeitmöglichkeiten der Jugendlichen aus den Vereinen zu verbessern, da es hier iiiunerwünschte Tendenzen gab (z.B. "Erkundung" und Bau von Hütten in sensiblen Bereichen, iiilanges "Feiern" an den Badestellen).
 

6. Erhaltung alter Obstsorten und Etablierung einer ökologisch orientierten Fachberatung durch den Biogarten Prieros

Natur- und Umweltschutz sind nicht nur eine Angelegenheit für die Gemeinschaftsflächen und den zu den Anlagen gehörenden Grünbereich. Daher lag es nahe, alte Obstsorten als wichtigen Bestandteil des kulturellen Erbes in unser Entwicklungskonzept aufzunehmen. Diese sind wegbegleitend (Obstbaumallee, Abb. 9), als Streuobstwiese sowie als große Einzelbäume auf den Parzellen vorgesehen.

2000 und 2001 wurden insgesamt 34 vierjährige Hochstämme gepflanzt und durch ordnungsgemäße Pflege eine ungestörte weitere Entwicklung dieser Bäume gesichert.

 

Seit 1999 erfolgt die gärtnerische Fachberatung durch den Biogarten Prieros. Dies erfolgt sowohl durch individuelle Konsultationen unserer Kleingärtner im Biogarten als auch durch 2-3 Veranstaltungen im Jahr in Niederlehme.

Mit dieser ökologisch orientierten Fachberatung wollen wir auf eine Minimierung des Einsatzes von mineralischen Düngemitteln und von Pflanzenschutzmitteln, auf die eigene Kompostierung und eine naturnahe Gartennutzung hinwirken. Über die Gartenordnung hinausgehende Vorschriften analog den Regeln des ökologischen Landbaus können und wollen wir als Vereinsvorstände jedoch nicht umsetzen.

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7. Etablierung einer ornithologischen Dauerbeobachtung (vgl. Tabelle 1)

Seit 1989, also seit dem Aufbau der Anlagen erfolgt durch Frau Dr. Eidner, Mitglied im Verein "Energie" und ausgewiesenen Spezialistin im NABU, die Beobachtung und die Auswertung der Entwicklung der Brut-, Gast- und Zugvögel im Bereich der Niederlehmer Kleingartenanlagen.xhttp://www.eidner-berlin.de/index.html

Diese Daten bildeten eine wichtige Grundlage sowohl für die Maßnahmen zum Artenschutz seit 1994 als auch für die Erarbeitung unserer Entwicklungskonzeption. Mindestens einmal im Jahr, aber auch außerplanmäßig bei dringendem Bedarf berichtet Frau Dr. Eidner im Sprecherrat über die Ergebnisse und bestehende Schwachstellen. Seit 1998 werden diese Beobachtungen zunehmend durch Meldungen der Kleingärtner über Bruterfolge auf ihren Parzellen (z.B. Nistkästen, Hecken- und Bodenbrüter) ergänzt.

8. Öffentlichkeitsarbeit und Besucherinformation

Ein wichtiges Anliegen, aber auch eine Voraussetzung für die gedeihliche Entwicklung der Vereine sind gute Kontakte zur Gemeinde. Schwierigkeiten aus der Aufbauphase, aus der Wende und aus der Wiederherstellung des Rechtsstatus der Bodeneigentümer wurden gelöst, so dass seit mehreren Jahren eine gute Zusammenarbeit besteht.

Diese findet ihren Niederschlag z.B. in regelmäßigen Konsultationen mit dem Bürgermeister, in der Abstimmung der Termine öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen (Dorffest, Feste der Vereine, Fußball- und Volleyballturniere mit Mannschaften aus den Vereinen und der Gemeinde), in der Unterstützung der Seniorenbetreuung (Ausflug in die Vereine im Frühsommer, Adventsbasteln) und in der jährlichen Spende der Vereinsmitglieder (5 € je Parzelle, insg. 5.000 € je Jahr) für gemeinnützige Zwecke in der Gemeinde (Benennung der Spendenempfänger durch die gewählten Gemeindevertreter).

 
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Übersicht derEntwicklung der Kleingartenanlagen und Landschaftspflegemaßnahmen im Bereich des Niederlehmer Werder

04.12.1986

Abschluss der Nutzungsvereinbarung zwischen denm VEG Diepensee, dem Rat der Gemeinde Niederlehme und dem Kreisvorstand des VKSK über die Bereitstellung der Flächen für die Vergabe an Bürger zur kleingärtnerischen Nutzung im Rahmen von Kleingartenanlagen (zu diesm Zeitpunkt 105,4 ha, da Kleingärten auch zunächst in Ortslage sowie in anderen Flurbereichen vorgesehen waren)

05.1987

Studie der Büros für Städtebau und für Territorialplanung Potsdam zur Entwicklung der Kleingartenanlagen, darin u.a. die Forderungen nach Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit sowie nach Freihaltung und Begehbarkeit der Ufer

1987-90

Planung der Anlagen (jede Anlage bedurfte einer Städtebaulichen Bestätigung durch das Bezirksbauamt beim Rat des Bezirkes Potsdam) und schrittweiser Aufbau, beginnend mit der KGA Energie (KGA Möllenzugsee erst Beginn im Sommer 1989)

1990-1994

Veränderungssperre (Baustopp) durch die Gemeindeverwaltung Niederlehme
1990 Auszäunung der Schilfgebiete und wesentlicher Teile der Feuchtgebiete im Verein Möllenzug, so dass deren begehbarkeit weitgehend ausgeschlossen wurde
1993 wegbegleitende Bepflanzung des Wederdamms zum Verein Möllenzug und z.T. zum Verein Sonnenschein mit 280 Stück heimischen Blühgehölzen

1995

Vereinbarung zwischen den Vereinen im Rahmen des Sprecherrates, alle ausgezäunten allgemeinen Grünflächen im Rahmen eines Umlageverfahrens gemeinschaftlich durch alle Vereine zu finanzieren (Pachtzahlung)
1995 Kennzeichnung der sensiblen Uferbereiche mit Schildern "Brutvogelbereich - Bitte in der Zeit 15.04. - 30.08. nicht betreten oder beeinträchtigen"

1995-1996

Aufbau einer Steganlage für Boote zur Vermeidung illegaler Einzelstege

1997/1998

Errichtung erster Astwerkhecken zum Schutz sensibler Uferbereiche
25.09.1997 Auftrag des Spercherrates an die DUBROW GmbH Bestensee zur Erarbeitung einer ökologisch orientierten Entwicklungskonzeption für den Gesamtbereich
04. und 09.1998 Fällung von Gehölzaufwuchs im Schilfgebiet zwischen beiden Teilen des Vereins Möllenzug
08.1998 erster Poster Frau Dr. Eidner zu Maßnahmen des Natur- und Vogeschutzes (Duplikate an Bürgermeister, UNB und Umweltministerium sowie Vereine zur Mitgliederinformation

1999
Seit 1999 ökologisch orientierte gärtnerische Fachberatung durch den Biogarten Prieros

2000

04.2000 Pflanzung von ca. 30 Hochstämmen alter Obstsorten (sowohl wegbegleitend am Wederdamm als auch durch Vereinsfreunden in ihren Gärten)
05.2000 Zustimmung der UNB zur Entwicklungskonzeption (zuvor umfangreiche Begehung mit dem Sprecherrat und Abstimmung zu den vorgesehenen Pflegemaßnahmen einschl. Fällung von Erlenbewuchs zugunsten der Wiederherstellung des Schilfgürtelsund der Erhaltung des Offenlandcharakters

2001

02.2001 Fällung von ca. 0,1 ha Erlenjungwuchs am Inselweg und am Möllenzugsee

Zeitpunkt Maßnahme
Frühjahr 2001 in mehreren Arbeitseinsätzen Bau von insgesamt 270 lfd. m neue Astwerkhecken (ca. 400 m3 Material aus Ufersicherungsmaßnahmen der Schifffahrtsdirektion und aus eigenen Landschaftspflegemaßnahmen)
Frühjahr 2001 Bau von 3 Nistplatzangeboten für den Eisvogel
Sommer 2001 Wiederherstellung einer offenen Binnenwasserfläche für Amphibien und Wasservögel im Verlandungsgebiet Verein Sonnenschein
08.2001 Mulchen der Grünflächen im Verein Energie sowie im Bereich zwischen Inselweg und Verlängerung Wederdamm

2002

ab 03.2002 (bis 10.2004) Beweidung der Grünflächen durch 7 Islandpferde (Überwinterung auf alter Ackerbrache neben Parkplatz Verein Möllenzug)
2001/2002 Anlage mehrerer Totholzhaufen in den ausgrenzten sensiblen Biotopen (vor allem im Uferstreifen entlang der Dahme)
04.2002 Fällung von Erlenjungwuchses im Schilfbereich zwischen Wernsdorfer Straße und Verein "Möllenzugsee" zur Erhaltung der Schilfzone und dessen Nutzung für Astwerkhecke zum Schutz des Uferbereichs

2003
03.2003 Für Eisvogelbrutplatz am Seglerverein Schaffung eines alternativen Nistplatzangebots (mit künstlicher Niströhre) ca. 250 m westlich dazu am Ufer des Möllenzugsees an einem Wurzelteller

2004

03.2004 Fällung des Dünnholzes im Weidenwäldchen östlich des Vereins Sonnenschein und Einkürzung der ersten Stärkeren Weiden mit dem Ziel der Entwicklung von Kopfweiden (längerfristiges Ziel, gesamten Weidenbestand in Kopfweiden umzuwandeln)

2005

04.2005 Ausholzung eines Kiefern-Jungbestandes an der Wernsdorfer Straße, um ihn mit den Jahren in die Richtung der historischen Nutzungsform eines Bauernwaldes zu entwickeln
09.2005 Mulchen der Grünlandflächen entlang der Wernsdorfer Str. durch Landwirtschaftsbetrieb Dr. Lehmann/Werndsorf

2006

02.-04.2006 Einkürzung des gesamten Weidenbesstandes (ca. 0,4 ha) östlich des Vereins Sonnenschein sowohl aus Gründen der Verkehrssicherung als auch im Interesse der Entwicklung zu einem Kopfweidenbestand (das stufenweise Vorgehen war infolge Lichmangel für geköpfte Bäume durch verbleibende Großbäume nicht erfolgreich), danach Freistellung der zu Kopfweiden zu entwickelden Baumstümpfe)
04.2006 Fällung von Erlenjungwuchses im Schilfbereich zwischen Wernsdorfer Straße und Verein "Möllenzugsee" zur Erhaltung der Schilfzone und dessen Nutzung für Astwerkhecke zum Schutz des Uferbereichs
08.-09.2006 Mulchen der Grünlandflächen entlang der Wernsdorfer Str. sowie im Verein Energie und beidseitig Inselweg durch Landwirtschaftsbetrieb Dr. Lehmann/Werndsorf

04.2006
Fällung von Erlenjungwuchses im Schilfbereich zwischen Wernsdorfer Straße und Verein „Möllenzugsee“ zur Erhaltung der Schilfzone und dessen Nutzung für Astwerkhecke zum Schutz des Uferbereichs, Rückbau der Astwerkhecke zwischen Kiefern-Jungbestand an der Wernsdorfer Straße und benachbartem Grünbereich, da hier inzwischen die Ablagerungsfunktion von Astwerk aus den Gärten in den Vordergrund trat und sie daher eher eine Barrierewirkung bekam


08.-09.2006
Mulchen der Grünlandflächen entlang der Wernsdorfer Str. sowie im Verein Energie und beidseitig Inselweg durch Landwirtschaftsbetrieb Dr. Lehmann, Werndsorf


12.2006
Aufschüttung einer Fläche von ca. 400 m² am Wiesenweg (nördlich angrenzend an das Kopfweidenwäldchen) mit grobem Recycling-Material durch dem Verein „Am Sellenzugsee“; diese Maßnahme war im Sprecherrat nicht abgestimmt worden und führte nach Einschaltung der Presse zu Auflagen der UNB (seit diesem Zeitpunkt das zuvor sehr einvernehmliche Verhältnis gestört) und einem sich bis 2009 hin­ziehendem Rückbau (Materialverwendung vor allem für die Verbreiterung des Wederdamms um ca. 0,5 m und das Anheben der über die Jahre abgesunkenen Wegplatten auf dem Wiesenweg), auf einem Teil der Fläche hat sich danach eine ca 100 m² große Feuchtfläche mit zeitweilig offenem Wasser gebildet


01.-04.2007
Auslichtung der wegbegleitenden Weidenreihe zur Reduzierung der Verschattung des nördlich davon gelegenen Biotopbereichs im Verein Energie, Beseitigung eines großen Weidenbusches im angrenzenden Schilfgebiet, Fällung von starkem Erlen­bewuchses auf einer Dreieckfläche ca. 80 m südlich des Mittelwegs (nachfolgend mit standortgerechten Gehölzen/Sträuchern bepflanzt)

02.-03.2007
Zurückdrängung des Erlenbestandes im Schilfbereich am Möllenzugsee auf ursprünglichen Bruchwald-Bereich, Weidenrückschnitt im Schilf, Aufschichtung des stärkeren Holzes zu Totholzhaufen, Astwerk für Ergänzung der Hecken


04.2007
Vereinbarung mit dem Landwirtschaftsbetrieb Dr. Lehmann, Werndsorf, über die regelmäßige Grünlandpflege (Unterzeichnung aber erst 04.2008)


05-07.2007
Beweidung der Grünflächen im Innenbereich der Vereine durch Pferde des Reiter­hofs Müller aus Wildau; die sehr gute Zusammenarbeit und guten Pflegeleistungen wurde Ende Juni durch ein unerkannt gebliebenes Mitgied der Vereine beendet, in dem dieser den Weidezaun manipulierte und die Pferde trieb, so dass sie auf die Wernsdorfer Straße gelangten


08.2008
Jährliches Mulchen der Grünlandflächen an der Wernsdorfer Str., in den Vereinen Energie und Sonnenschein sowie beidseitig Inselweg durch LWB Dr. Lehmann, Wernsdorf mit spezieller Sichel-Mulchtechnik


Seit 02.2010
Jährlicher Rückschnitt zunächst der Hälfte, ab 2012 jährlich etwa eines Drittels der Weisen im Weidenwäldchen, um die Entwicklung zu Kopfweiden gezielt zu fördern


2010 - 2011
Naturschutzfachliche Evaluierung unserer Entwicklungskonzeption von 2000 und ihre Fortschreibung mit einem Zeithorizont von etwa 10 Jahren, Beurteilung und Zustimmung der UNB (09.2011)


Seit 09.2011
Jährliche Übergabe einer Übersicht der für das Winterhalbjahr geplanten Land­schaftspflegemaßnahmen zur Abstimmung an die UNB, Maßnahmen sind i.d.R. Rückschnitt im Weidenwäldchen sowie von Kopfweiden an Einzelstandorten, tur­nusmäßige Fällung von Erlenjungwuchs in Schilfbeständen, jährliche Teilräumung des Gewässers am Wiesenweg, um über Sommer immer ausreichend Wasser­bereiche für Frosch- und Krötenquappen zu sichern, Auf-den-Stock-Setzen von Gehölzen; die Maßnehmen werden entweder in Verantwortung der einzelnen Vereine oder des Sprecherrates umgesetzt


05.2013
Pflanzung von 41 Bäumen alter Obstsorten als Streuobst entlang von Wegen im Gesamtgelände sowie an geeigneten Flächen innerhalb der Vereine

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